Das Abendmahl wird in den Gemeinden des Evangelischen Dekanats Rodgau in der Regel einmal im Monat an einem festen Sonntag sowie an besonderen Gedenk- und Feiertagen gefeiert.
An welchem Sonntag im Monat in Ihrer Gemeinde Abendmahl gefeiert wird, entnehmen Sie dem Gemeindebrief, den Kirchlichen Nachrichten in der Tagespresse oder den Internetseiten Ihrer Kirchengemeinde.
Menschen, die nicht mehr in den Gottesdienst kommen können, bieten die Pfarrerinnen und Pfarrer in den Kirchengemeinden auch die Möglichkeit des Hausabendmahles an. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihr zuständiges Gemeindebüro oder Pfarramt.
Grundsätzlich sind alle getauften Christen zum Abendmahl eingeladen. Unterschiedliche Handhabungen gibt es bei der Teilnahme von Kindern und Jugendlichen vor der Konfirmation: Einige Gemeinden bieten Kurse an, in denen schon Kinder auf das Abendmahl vorbereitet werden und dann auch teilnehmen können. Auch im Konfi-Unterricht ist das Abendmahl natürlich Thema.
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie ihre Kinder zum Abendmahl mitnehmen sollen, fragen Sie einfach vor Beginn des Gottesdienstes kurz nach: Es sind in stets Mitglieder des Kirchenvorstands anwesend, die Ihnen zusammen mit Pfarrerin oder Pfarrer Ihre Fragen beantworten.
In den meisten Gemeinden wird das Abendmahl mit Wein und/oder Traubensaft gefeiert, sodass auch Menschen teilnehmen können, die keinen Alkohol zu sich nehmen möchten oder dürfen. Auch mit dieser Frage können Sie sich noch kurz vor dem Gottesdienst vertrauensvoll an Küsterin/Küster, Kirchenvorstand oder Pfarrerin/Pfarrer wenden.

Das Abendmahl, wie es in der evangelischen Kirche gefeiert wird, knüpft an verschiedene biblische Überlieferungen an.
Eine zentrale Bedeutung hat in der klassischen Abendmahlsliturgie das letzte Mal Jesu mit seinen Jüngern am Tag vor seiner Kreuzigung (siehe Gründonnerstag); es erinnert aber auch
Im "letzten Abendmahl" hat Jesus nach der Überlieferung der Bibel das Brot gebrochen und mit einem Segenswort weitergegeben, anschließend wurde der Wein gesegnet und weitergereicht.
Im Christentum hat sich schnell nach dem Kreuzestod Jesu eine Tradition gebildet, die eine gemeinsame Mahlzeit als Erinnerung an ihn feierte. Ursprünglich ging es dabei um eine gemeinsame Mahlzeit und um die Gewissheit, dass Jesus den Menschen im Abendmahl besonders nahe sein will - ja mitten in der Abendmahlsgemeinschaft anwesend ist.
Erst Paulus unterschied zwischen gemeinsamer Sättigungsmahlzeit (= Agapemahl / Liebesmahl) und Abendmahl, wie es noch heute gefeiert wird.
Im Mittelpunkt der evangelischen Abendmahlsfeier heute stehen die Einsetzungsworte, die aus den Evangelien überliefert sind und die Martin Luther im "Kleinen Kathechismus" überarbeitet veröffentlicht hat:
"Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte, brach's, gab es seinen Jüngern uns sprach: "Nehmet hin und esset. Dies ist mein Leib, der für Euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Des gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus. Dieser Kelch ist der neue Bund (das neue Testament) in meinem Blut das für Euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft Ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis."
In seiner Bedeutung har das Abendmahl unterschiedliche Facetten:
Es ist Danksagung für Gottes große Taten und für das Wirken, den Tod und die Auferstehung Jesu; und es ist Gedächtnis an Gottes Gegenwart unter uns sowie an alles, was Jesus uns als Christen als Botschaft, als "neues Testament" mit auf den Weg gegeben hat.
Hingabe und Vergebung sind ebenfalls wichtige Inhalte. Hingabe im doppelten Sinn: Schon zu Lebzeiten hat sich Jesus selbst Gottes Gebot, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, hingegeben. Und im Abendmahl gibt er sich uns hin und nimmt uns und unsere Schuld damit auf in die am Kreuz geschehene Versöhnung Gottes mit den Menschen. So schenkt uns Gott im Abendmahl seinen Frieden, Leben und Hoffnung.
Im Abendmahl feiern wir aber nicht nur die Beziehung zu Gott. Auch die Gemeinschaft der Christen - in der weltweiten Christenheit wie die in der Gemeinde - ist ebenso wichtig. Dazu gehört auch Vergebung und Versöhnung untereinander: Wer beim Abendmahl mitmacht, zeigt damit, dass er niemandem etwas nachträgt, Schranken zwischen Menschen abbauen will und sich für Versöhnung untereinander einsetzt.
Schließlich bringt das Abendmahl christliche Hoffnung zum Ausdruck, dass Jesus vollenden wird, was er angefangen hat, dass er die Welt zum Ziel, zum Reich Gottes hinführt. Als Vorgeschmack darauf ist uns das Abendmahl gegeben, als Ahnung der Freude und der Gemeinschaft mit Gott - und damit als Stärkung für den Kampf um mehr Gerechtigkeit und Frieden in der Welt.