Das Kirchenjahr ist die Abfolge christlicher Feier- und Gedanktage im Laufe eines Jahres. Dabei beginnt das Kirchenjahr nicht wie der weltliche Kalender am 1. Januar, sondern mit dem ersten Sonntag im Advent, und endet dem entsprechend mit dem Ewigkeitssonntag, der im Volksmund auch "Totensonntag" genannt wird.
Worum geht es bei den einzelnen Festen, Feiern und Gedenktagen genau? Mit Weihnachten und Ostern wissen zumindest in Westdeutschland die meisten noch etwas anzufangen, bei Pfingsten wird's schon schwieriger, mit der Bedeutung Epiphanias oder Trinitatis könnte man bei "Wer wird Millionär?" schon eine Menge Geld machen. Hinter den folgenden Links verbergen sich die Erklärungen zu den einzelnen Fest- und Gedenktagen.
Den verschiedenen Zeiten und Festen sind bestimmte "liturgische Farben" zugeordnet, die Kirchenbesucher an den "Paramenten" (Behänge an Kanzel und Altar) erkennen können: weiß als Symbol des Lichts für die Christusfeste (Weihnachten, Epiphanias, Gründonnerstag, Ostern, Trinitatis, Ewigkeitssonntag); violett als Farbe der Buße, des Nachdenkens und der Umkehr also (Passionszeit, Advent, Buß- und Bettag); rot als Farbe des Feuers und des Blutes der Märtyrer (Pfingsten, Reformationstag); grün als Farbe der aufgehenden Saat (Zeit vor Epiphanias, Vorfasten- und Trinitatiszeit), schwarz als Zeichen der Trauer (Karfreitag).
Das Kirchenjahr hat einen bestimmten Rhythmus, der sich an ein Wochenthema anlehnt. Dabei ist jeder Sonntag eine Erinnerung an den Ruhetag, den Gott den Menschen gegeben hat, weil er selbst am siebenten Tag der Schöpfung ruhte. Dem Erhalt des Sonnatgs als arbeitsfreiein Tag in der Woche, den die Menschen für sich und die Pflege ihrer familiären und sozialen Beziehungen nutzen, gilt das Engagement der christlichen Kirchen.
Das Kirchenjahr gliedert sich in drei große Teile, den Weihnachtskreis, den Osterkreis und den Trinitatiskreis.
Der Weihnachtskreis beginnt mit den vier Adventssonntagen und führt über das eigentliche Weihnachtsfest (24. bis 26. Dezember) und Epiphanias ("Dreikönig" am 6. Januar) bis zum Beginn des Osterkreises.
Der Osterfestkreis beginnt am 9. Sonntag vor Ostern mit der Vorfastenzeit. Mit Aschermittwoch beginnt dann die Fasten- und Passionszeit. Die sechs Sonntage der Passionszeit heißen nach den lateinischen Worten der Eingangspsalmen, die an diesen Sonntagen gelesen werden: Invocavit, Reminiszere, Oculi, Laetare, Judica und Palmarum.
Nach Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern folgen noch fünf Donnerstage, die den Osterfestkreis beschließen und direkt zum Pfingstfest führen, dessen Festkreis kurz ist, mit dem Sonntag Exaudi vor Pfingsten beginnt und mit dem Sonntag nach Pfingsten, Trinitatis, endet.
Bis zum Ende des Kirchenjahres mit dem Ewigkeitssonntag können es noch maximal 26 Sonntage sein (1. bis 26. Sonntag nach Trinitatis). Weitere fest stehende Feste, die die Trinitatiszeit prägen, sind etwa der Johannistag am 24. Juni oder Michaeli am 29. September. Reformationstag, Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag sowie Erntedank sind Festtage ohne eigenen Festkreis.